An einem aufwindreichen Tage
bei ungewohnter Thermiklage
soll Piefke schnell 'ne Stunde fliegen,
um endlich seinen "Schein" zu kriegen.
Denn heut, wo starke Bärte treiben
kann auch der Dümmste oben bleiben!
Sobald der Piefke ausgeklinkt
ihm eine schöne Wolke winkt
ein "Cumulus", mit Silberrand
als Auftriebsspender wohlbekannt.
Nun klettert Piefke mit Elan
an diesen Wolkenturm heran
und er genießt mit Leidenschaft
des "Affenbartes" Auftriebskraft.
Doch plötzlich merkt er voll Entsetzen,
daß schon die ersten Wolkenfetzen
durch Sichtbeschränkung ihn belehren,
daß es jetzt Zeit ist umzukehren!
Denn ohne Schirm und Blindflugschein
soll niemand in die Wolken 'rein.
So fährt er seine Klappen aus
drückt an - und will getreu nach Haus.
Doch plötzlich wird ihm wieder klar
wie herrlich doch der Aufstieg war!
So kann er den Entschluß nicht fassen
die Wolkenbasis zu verlassen;
denn Piefkes "innerer Schweinehund"
hetzt dauernd aus dem Hintergrund:
"Geh' ruhig mal in die Wolke 'rein
dort muß der größte Auftrieb sein!"
Der Wolkendrang ist ungeheuer -
- schon gibt der Piefke Höhensteuer
und wird jetzt - contra "Sichtflugregel"
zum Hasardeur und Wolkenflegel!
Je mehr die Wolke aufwärts führt
je dicker rings die "Suppe" wird.
Trotz blank-poliertem Plexiglase
sieht er nicht mehr die Flugzeugnase;
denn wo sonst stets das Staurohr stand,
hängt jetzt 'ne graue Wolkenwand!
Um Sinnestäuschung abzuwenden
fliegt er nur noch nach Instrumenten:
Sein Wendezeiger - klug verwertet -
weiß, wie sein Flugzeug sich gebärdet.
Doch plötzlich tanzen die Geräte
auf Piefkes Armaturenbrette,
ruckartig wird erhöhte Fahrt
mit stärkstem Aufwärtstrieb gepaart
und Piefkes Variometer zeigt,
daß er mit 13 Metern steigt!
Als er zum Wendezeiger blickt
denkt Piefke: Der ist auch verrückt!
Die Kugel pendelt hin und her
und auch der Pinsel stimmt nicht mehr:
Obwohl das Flugzeug linksum dreht
der "Pinsel" rechts am Anschlag steht,
der Staudruckmesser andererseits
zeigt "150" an bereits
und auf die gleich verrückte Weise
dreht sich der Kompaß stur im Kreise!
Höchst turbulente Spitzenböen
des Piefkes Unklarheit erhöhen.
Egal, wie er den Knüppel dreht
das Flugzeug eigene Wege geht
und mit konstantem Drehungsdrall
hängt Piefke jetzt im WeltenalI!
So hat das Steuern keinen Zweck!
Der Piefke nimmt die Hände weg
und denkt: Nur Selbst-Stabilität
erhält mir jetzt mein Fluggerät.
Hilflos mit schuldbewußter Miene
sitzt er verstört in der Kabine.
Jedoch ein höchst verdächtig Krachen
bringt ihn urplötzlich zum Erwachen -
kam das nicht aus der linken Fläche,
dem Flugzeugteil besonderer Schwäche?
Vom Querkraft-Holm bei Spiere "drei"
wo Piefke selbst beim Bau dabei?
Jetzt denkt er voller Bitterkeit
an manche schlechte Leimarbeit,
wo er, beim schnellen Spierenbauen
vergaß das Sperrholz aufzurauhen!
Hier, in der turbulenten Wolke
zeigt dies manch unerwünschte Folge:
Wenn immer sich die Flügel strecken
zerplatzen Piefkes Sperrholzecken,
so daß die selbst gebauten Spieren
langsam an Festigkeit verlieren.
Der Wolkenflug führt dieses Mal
zu nie geahnter Höllenqual
denn Piefkes Leichtsinn - sehr vermessen -
ließ ihn den alten Spruch vergessen,
daß starke Turbulenz zumeist
ein schwaches Fluggerät zerreißt!
Nach 10 Minuten Quälerei
gibt ihn die Wolke endlich frei
und in verdrehter Rückenlage
kommt Piefke schwer zerrupft zutage.
Sobald sein Flugzeug abgefangen
hat Piefke nur noch ein Verlangen:
daß ihn die angeknackten Schwingen
doch möglichst rasch zur Erde bringen,
weil auch sein Magen - leicht geprellt -
vermutlich nicht mehr lange hält!
Ein Feld, wo frischer Mist verbreitet
ihn rasch zur Notlandung verleitet
Geschlossenen Auges - gottergeben -
läßt Piefke sich zur Erde schweben,
wo zwischen frischen Düngerhaufen
sein Flugzeug schließlich ausgelaufen.

Sogar die rasch entflohenen Bauern
vor solchem "Landungs-Stil" erschauern
Als man ihn frägt: Wo kommst Du her?
Gibt Piefke keine Antwort mehr
und röchelnd stößt er nur von sich:
"Dort oben ist es fürchterlich !"
Diese Seite ist Teil eines Frames, hier geht es zurück zu Startseite