Nachdem sich Piefke kaum ein Jahr
im Luftraum eingeflogen,
fühlt er sich plötzlich unhaltbar
zum Kunstflug hingezogen.
Um dieses heißbegehrte Ziel
baldmöglichst zu bezwingen,
gilt es zunächst, das Mitgefühl
des Lehrers zu erringen.
So spricht er diesen flehend an
mit vorwurfsvollem Blicke:
"Herr Lehrer, unser Schulprogromm
enthält noch eine L ü c k e
Sie haben uns nur stets gelehrt,
den Flugplatz zu umrunden,
doch legt man heut vor allem Wert
auf Kunstflug - Schulungsstunden.
Verkalktes "Knüppeln" kann uns nicht
vor einem Sturz bewahren:
nur harter Kunstflugunterricht
beschützt uns vor Gefahren
Denn wenn man die Gefahren kennt
durch schneidiges Trainieren,
wird man im richtigen Moment
die Fassung nicht verlieren!"
Verständnisvoll der Lehrer spricht:
"Ich kenne solche Sachen
Nur weil Dich mal der Hafer sticht,
willst Du jetzt Kunstflug machen.
Um diese falsche Ambition
aufs rechte Gleis zu führen,
sollst Du von mir aus heute schon
den Kunstflugtest probieren!
Ich weiß ja auch: Von Zeit zu Zeit
wird's langweilig dort oben,
dann weicht die sture Sachlichkeit
dem Wunsch, sich auszutoben.
Dann fällt dem Menschen Unfug ein
in seiner Segelkiste,
und er begehrt den Kunstflugschein
zur Stillung der Gelüste.
Doch zieht auch hier das Luftgesetz
die Grenzen des Erlaubten,
und wer die Disziplin verletzt,
kann sich hier nicht behaupten
Der Flugfiguren gibt es viel,
doch sei Dir gleich empfohlen:
Man wertet nur den Kunstftug-Stil
und keine Kapriolen.
Damit auch die Stabilität
beim Kunstf!ug wird gewahrt
nimmt man hierzu ein Fluggerät
von höchst robuster Art."
So unterweist man Piefke jetzt
in sachlich kurzem Rahmen,
bevor man ihn ins Flugzeug setzt
zum praktischen Examen.
Durch Motorschlepp wird er sodann
zur Prüfung hochgezogen,
worauf er folgendes Programm
als "Kunstflug" vorgefiogen:
Beim ersten Turn hat er bereits
zu hohe Fahrt verwendet
und so das Ganze seinerseits
im Rückenflug beendet.
Beim zweiten Aufschwung kippt er nur
sehr zaghaft auf die Seite
und macht auch diese Flugfigur
zu einer großen Pleite.
Bei seinem Looping zeigt er dann
die gleiche Stümperei,
denn was er stolz als "Kreis" begann,
entwickelt sich zum Ei!
Beim Trudeln fällt es ihm nicht leicht
den Knüppel so zu führen,
daß er den rechten "Dreh" erreicht,
um richtig abzuschmieren.
Egal wie er den Knüppel hält,
es wird nicht das Normale
und meistens macht er -unbestellt-
nur eine Steilspirale.
Doch als das Trudeln dann gelingt
entdeckt er mit Befremden,
daß er es nicht mehr fertigbringt,
dasselbe zu beenden!
Er packt sein letztes Können aus,
er drückt und zieht - doch leider -
macht sich das Flugzeug nichts daraus
und trudelt trotzdem weiter.
So stürzt er durch den Weltenraum
in hoffnungsloser Lage,
und sein verfrühter Kunstflugtraum
wird jetzt zur Höllenplage.
Als er trotz aller Dussligkeit
sich schließlich doch noch fängt
ist es bereits die höchste Zeit
daß er ans Landen denkt.
Doch kann er sich in seinem "Drall"
heut nicht mehr orientieren
und muß - in diesem Sonderfall -
die Notlandung riskieren!
Wie er begann - so jämmerlich -
führt er den Flug zu Ende:
Fernab vom Rollfeld setzt er sich
in nasses Surnpfgelände.
Daß er die größte Niete war
als junger Kunstflug-Fechter,
beweist ihm dann zum Abschluß klar
der Freunde Hohngelächter!

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