Der Super-Fanatiker


Für ihn gibt`s nichts auf dieser Welt
als Werkstattdienst und Fliegen,
das ihm sein Gliechgewicht erhält
als einziges Vergnügen.



Er schwärmt nicht viel von Wein und Weib
und lauten Zechgelagen
- er schätzt dies nur als Zeitvertreib
an flugdienstfreien Tagen.

Doch wenn sich dann am Firmament
die "Cumuli" entfalten,
lockt ihn sein w a h r e s Element
mit riesigen Gewalten.

Als wie ein schwer gereizter Stier
rast er sodann zur Halle
und zerrt in wilder Thermik-Gier
sein Flugzeug aus dem Stalle.

Und trägt ihn dann ein frischer Wind
zu höchsten Wolkenschichten,
vergißt er Haushalt, Weib und Kind
und alle andern Pflichten.

Dann siegt allein der Sehnsuchtsdrang
nach einer Thermikreise
und diesem frönt er stundenlang
in welt-entrückter Weise.

Die W e r k s t a t t ist sein zweites Heim:
Hier formt sich die Gesinnung
beim Wohlgeruch vom Flugzeugleim,
von Spannlack und Verdünnung.

Hier schuftet er oft nächtelang
an Spieren und Segmenten
und sucht des Flugzeugs Werdegang
baldmöglichst zu vollenden.

I h m dient der Flugsport nicht allein
zur seelischen Erbauung,
ihm scheint er fast so viel zu sein
wie eine W e l t a n s c h a u u n g!


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