Der Dichter dieser Zeilen ist unbekannt, es stammt aus der Zeit 1938 - 1943. Theo Heinbüchner hat es aufgezeichnet.
Gerne würde ich die Hände falten,
doch ich muss den Knüppel halten.
Den kann ich schon gar nicht missen,
sonst hätt' ich ihn längst schon rausgerissen.
Und die Augen zugemacht und gewartet bis es kracht.
So bete ich ein Stoßgebet,
dass mir endlich helfen tät,
so ein lieber guter Gott,
hilf ich bin in großer Not.
Taumelnd schleich ich durch den Raum,
unter mir reckt jeder Baum
stumm verlangend seine Äste,
im Traum seh' ich schon ärztliche Atteste,
Trümmerhaufen, Gipsverbände
und das Ende.
Ächzend tret' ich ins Seitenruder,
doch da rüttelt mich ein neuer Windstoß, dass der Drachen bebt
und nach oben sanft entschwebt,
jetzt den Knüppel schnell nach vorn,
andernfalls bin ich verlorn.
Und wie eine wilde Mähre saust nun durch die Atmosphäre
die genotzüchtigte Kist'
und ich ruf Herrgott wo bist,
greif halt ein und tu ein Wunder,
sonst löst sich der ganze Plunder
auf in seine Moleküle.
Und du hast doch schon so viele schöne Engel bei dir oben,
ich will dich gerne von unten loben.
Ich will auch singen Lobeslieder,
wenn ohne Bruch ich komm wieder,
du hast damals in dem Kahn
die Jünger übers Meer gefahrn.
Das Amen ward nicht mehr gesprochen
Durch ein Krachen und ein Splittern,
mich befiehl ein leises Zittern
und von der ganzen Herrlichkeit,
blieb übrig nur ne Kleinigkeit.
Jetzt konnt' falten ich die Hände,
denn der Knüppel liegt im Gelände.
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