Die Flieger fallen ein auf der Dahlemer Binz


Text: Schroeder,Dezember 1990

Die Flieger fallen ein auf der Dahlemer Binz
am Samstag morgen um zehn.
Am Horizont kann man vereinzelt bereits
Cumulus-Wolken sehn.
Schon kommt der LEPO und bringt ein Paar Seile.
Die Flieger sind hektisch und furchtbar in Eile.
So kommt es, daß keiner zum Windsack hinschaut.
Trotz Ost-Wind wird bei 24 aufgebaut.

Hörner-Quinten: Ta-ra-ta-ta-ta-ta-ta-taaaa
ta-ra-ta-ta-taa ta-ra-ta-ta-taa
ta-ra-ta-ta-ta-ta-ta-taaaa

Schon steigt er empor, am stählernen Seil,
der doppelsitzige TWIN.
Zwei Kreiswechsel hier, eine Rollübung dort,
so gleitet das Flugzeug dahin.
Weil Schüler und Lehrer den Aufwind nicht fanden,
müssen sie nach dem Starten auch gleich wieder landen.
Da der Schüler den Knüppel gar nicht bewegt,
wird dabei laut krachend das Fahrwerk zerlegt.

Ein Flieger geht fort zum Münztelefon
und holt den Wetterbericht,
den ununterbrochen vom Tonbandgerät
ein Meteorologe dort spricht:
„Das Hoch wird sich halten und stabilisieren.
Ein größeres Dreieck, das darf man riskieren.“
Da ist es schon etwas schade ums Geld
als mittags der erste Regen fällt.

Man wird etwas naß und beschließt dann spontan:
“Wir gehen ins Flugplatzlokal.“
Bei Kaffee und Kuchen ist Euch nämlich dort
das Wetter draußen egal.
Patschnaß und schwer hustend kommt nach einer Stunde
ein weiterer Flieger in Eure Runde
Es ist wie sich rausstellt der Kamerad,
den Ihr auf der Winde vergessen habt.

So geht es jahrein, so geht es jahraus.
Das Fliegerleben ist schön.
Bei bulliger Hitze im Cockpit zu braten,
oder im Hagel zu stehen.
Unter Cumulus-Wolken hoch oben zu fliegen,
oder abgesoffen im Acker zu liegen.
Wie es auch sei, es macht sehr viel Freud´.
Das Fliegen zu lernen hat noch keiner bereut.


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