Die Vergaservereisung


Es flog ein Flieger über Land
ans Meer, als er im Dünensand
ein Mägdelein entdeckte.
Sie hatte in der Einsamkeit
nichts an als nur ihr Evakleid,
was freudig ihn erschreckte.

Er wich vom, Kurse zwar sehr knapp,
doch immerhin ein wenig ab
und drehte steile Kreise.
Er flog dabei noch tiefer ran,
dieweil man sonst nichts sehen kann
auf andre Art und Weise.

Das Mägdelein im weißen Sand
hob voll Verwunderung die Hand
und tat ihm fröhlich winken.



Das gab wohl Auftrieb seinerseits.
Das Variometer stand bereits
auf fünf, sechs Meter Sinken.

Als er dann mal nach vorne sah,
war ihm der Boden schon so nah,
daß Gas er mußte geben.
Der Motor - leerlaufunterkühlt -
hat leider nicht mehr mitgespielt
und schwieg dazu ergeben.

In diesem Fall hieß das Gebot:
Nicht lange fackeln, lande not!!!
Erschien ihm das auch kläglich,
so war doch die Notwendigkeit
gepaart mit Aussicht auf die Maid
in etwa ganz erträglich.

Er schlich mit hoffnungsfrohem Sinn
zum Orte der Erwartung hin,
den lüstern er umflogen.
Ernüchtert prallte er zurück
und tränenfeucht erschien sein Blick:
Sie war längst angezogen!

Bedenke, Mensch, eh' es zu spät:
Verlockend tritt die Nudität
sehr oft in unser Leben.
Betrachte in Museen sie.
Nur dann vergißt du wirklich nie,
rechtzeitig Gas zu geben.


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