Ein Flieger - glücklich notgelandet -
war von Bevölkerung umbrandet.
Sein Flugzeug, gänzlich unversehrt,
ward zu besichtigen begehrt.
Solch konzentriertem Volksbegehren
ist wenig ratsam, abzuwehren.
Alsbald saß darum in der Tat
im "cockpit" der Gemeinderat
vom Bürgermeister bis zum Schreiber,
der Dorfgendarm, der Schweinetreiber,
der Pfarrer mit dem Kirchenchor.
Es klommen zur Kabine vor
sogar die Altersjubilare
am Stock, per Rollstuhl, auf der Bahre.
Die Landkreispresse eilt herzu
mit Photoblitz und Interview.
Des Dorfes nahe Brauerei
kam schnell mit Flaschenbier herbei

(so konnte später jeder lesen,
daß "Dröppel-Bräu" dabei gewesen").
Es wurde spät. Die Weiblichkeit
hielt schon ein Nachtquartier bereit,
und unser Steuerknüppelrührer
sah sich im Geiste als Verführer.
Doch plötzlich senkte sich vom Himmel
ein Helicopter ins Getümmel,
und von der Straße tönt der Schrei
des Dreiklanghorns der Polizei:
Die Suchaktion, die ausgelöst,
dieweil der Piloteur gedöst,
die war erbost, als sie entdeckte,
wo er gesund und munter steckte.
Die Kosten hat er selbst getragen.
Darum hört man ihn später sagen:
Es ist dem einzelnen zu eigen,
dem Druck der Masse sich zu beugen.
Doch sollte ein Pilot mitnichten
vergessen seine Fliegerpflichten;
denn wer mit Gleichmut führt das Steuer,
bezahlt das Fliegen ziemlich teuer!!!
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