Auf einem Flugplatz standen sie
in scheinbar trauter Harmonie.
Er war ein alter Aeroplan
(sehr oft geschmäht als "Äppelkahn")
aus Leinen, Draht und Holz gebaut,
der Motor schwach, doch dafür laut.
Sie galt in eleganter Weise
als Flugzeug nur für Sport und Reise.
Wenn er des Abends heimwärts rollte
und noch dem letzten Schüler grollte,
der mit ihm, daß es nur so krachte,
beim Landen den Klaviersturz machte,
flog aller Kummer schnell dahin,
sah er die schöne Nachbarin.
Wie sehr entzückte ihn alleine
der Anblick ihrer Federbeine,
die - eingezogen nach dem Start -
enorm beschleunigten die Fahrt.
Ihr Leib - am Heck gestreckt gebogen -
war vorn schön rundlich hochgezogen.
Kurzum, sie war für ihn Idol.
Schien sie zunächst geschmeichelt wohl,
so wies sie bald mit strengem Blick
die Komplimente jäh zurück.
Hochnäsig meinte sie und kalt,
daß er als Freund doch schon zu alt.
Mit jenem Stolz, der Männern eigen,
zog er es darob vor, zu schweigen.
Bis eines Tages kurzerhand
er auf dem Bauch sie liegend fand,
weil - als es um die Landung ging -
ihr Fahrwerk sich im Schacht verfing.
Verbeult, zerschunden und voll Schmutz
bat weinend sie um Trost und Schutz.

Das gab er und verzieh ihr ganz.
Hieraus zieht man als Schlußbilanz.
Statt vor dem Fall kommt Hochmut auch
vor einer Landung auf dem Bauch!
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