Ein Hase, der sich stets erschreckte,
wenn ihn ein Jäger mal entdeckte,
entschloß sich eines Tages kühn,
zum Weltflughafen umzuziehn,
dieweil man an Motorendröhnen
sich notfalls leichter kann gewöhnen.
Herr Lampe war schnell eingelebt,
zudem sofort er angestrebt,
das Platzmilieu und die Manieren
sehr tief und gründlich zu studieren.
Er kannte bald vom Turm die Zeichen,
die auf dem RollfeId uns erreichen
und wußte unter anderm gar,
daß Fliegersprache englisch war.
Als er einst auf der "runway" saß
und seitlich fraß das grüne Gras,
war - weil der Anflug nicht gelungen -
ein Clipper gradeswegs gezwungen,
die Pulle wieder reinzuschieben.
Dem Hasen ist gleich weggeblieben
die Spucke, weil er wirklich dachte,
daß man dies seinetwegen machte.
Traf ihn der Schreck auch bis ins Mark,
sein Selbstbewußtsein wuchs sehr stark.
So lud der Weltflughafenhase
zu sich bald Onkel, Vetter, Base.
"Ach, Lampe", riefen sie, "wie schön,
auf diesem Feld ein Wiedersehn!!!"
Der grüßte kurz und gab bekannt:
"Dies field wird ,airport' nur genannt,
genau wie ich nur ,lamp' jetzt heiße
und jeden in der Luft zerreiße,
der mich beim alten Namen nennt.
Weil man mich schon so gut hier kennt,
hat dies sehr bald dazu geführt,
daß man mich schätzt und respektiert.
Ja, selbst die großen Riesenvögel
beachten diese goldne Regel.
Und zum Beweis leg' ich mich fix
jetzt auf die runway zero six!"

Kaum lag er auf der Landebahn,
schwebt' schon ein "ship" zur Landung an.
Er winkte mutvoll jovial
dem Publikum zum letzten Mal
und fristete seit jenem Tag
sein Leben als Betonbelag!
Entsetzt floh die Verwandtenschar.
Dem Leser aber ist es klar:
Wer angibt auf dem Weltflughafen,
den treffen oft sehr harte Strafen!
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