Der "Überlandflug"


Ein Flieger, welcher über Land
zu fliegen fand ganz interessant,
setzt sich schon früh, sehr früh in Trab
und fährt in Richtung Flugplatz ab.
Dort stellt zunächst er sachlich fest,
daß es sich nicht gleich starten läßt,
weil in der Halle stark bedrängt
sein Aeroplan steht eingezwängt.
Kaum hat er ihn geschickt befreit,
trifft ihn auch schon das nächste Leid:
Der Kraftstoff hätte ihm vielleicht
für's Feuerzeug noch gut gereicht.
Mit drei, vier Litern war indessen
der Sprit ein wenig knapp bemessen.
Der Zeitplan kommt erneut ins Wanken,
bis abgeschlossen das Betanken.
Dann ist der Motor warmgelaufen.
Doch nein - es ist zum Haarausraufen,
weil Tourenabfall auf M zwo
Zündstörung anzeigt irgendwo.
Der Flieger geht zum Mittagessen.
Den Fehler sucht man unterdessen.
Behoben ist sehr bald der Schaden.
Gestärkt und energiegeladen
kehrt jetzt der Piloteur zurück.
Doch sehr besorgt bewegt sein Blick
nach oben sich, wo Grau in Grau
verdüstert sich des Himmels Blau.
Die Wetterwarte kann bestätigen,
daß vorläufig kein Start zu tätigen,
weil eine Warmfront mit viel Regen
den Sichtflug sehr bald lahm wird legen.
Zum Glück ist schon nach ein paar Stunden
auch dieses Übel überwunden.
Nur weichen jetzt die letzten matten
Spätsonnenstrahlen jenen Schatten,
die zeigen, daß der Abend naht,
und der Flugsicherungsapparat
verbietet darum strikt und hart
zum Oberland den späten Start.

Der Flieger eilt mit finsterem Sinn
zum heimatlichen Herde hin,
erkennend, daß die Aviatik
noch steckt voll tiefer Problematik.


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