Der Ausweichflugplatz


Ein Flieger frönte dem Vergnügen,
von A- nach B-Stadt hinzufliegen,
als Kraftstoffmangel sich erst sachte,
doch dann sehr stark bemerkbar machte.
Er suchte schon, wo sich Gelände
für eine Notlandung befände,
als links vom Kurs in letzter Not
ein Flugplatz sich zur Landung bot,
der ihm noch nicht bekannt bis dato,
weil Einsatzhafen für die NATO.
Kaum aber unten angekommen,
hat man ihn "in Empfang" genommen.
Es sind des Militärs Allüren,
abhold zu sein dem Spionieren.
Ein eigner Dienst pflegt das Begehren
in dieser Art stets abzuwehren.
Deshalb nahm man den Flieger her
zu einer Art von Kreuzverhör.
Sein Flugzeug - sportlich, aber klein -
zog man in strengen Augenschein.



Wie leicht kann heimlich in den Ecken
ein Fotoapparat gar stecken!
Wie oft sind auch Papiere endlich
gefälscht, weshalb sehr leicht verständlich,
daß den Piloten man zuletzt
in Untersuchungshaft gesetzt.
Am nächsten Tag galt bald als klar,
daß alles in der Ordnung war.
Entschuldigung und knapper Gruß:
Der Flieger war auf freiem Fuß!
Benzin - dort nicht einmal zu borgen -
ließ er per Taxi sich besorgen
und bohrte sich schon wenig später
erlöst hoch in den blauen Äther.
Die Nachwelt zieht hieraus den Schluß,
daß fliegerischer Hochgenuß
nur dann Beständigkeit verspricht,
wenn es an Kraftstoff nicht gebricht,
so daß auch Militärflugsphären
mit Sicherheit zu meiden wären!


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