Ein Flieger saß mit schöner Maid
auf einer Bank zur Maienzeit.
Diskret verschwieg des Dichters Wort
den Liebesplausch am trauten Ort,
wenn nicht - um andere abzuschrecken -
hier etwas wäre aufzudecken.
Sie sprach vom zarten Frühlingsduft.
Doch er belehrte sie, daß Luft
in jedem Falle lediglich
ein Stickstoff-Sauerstoff-Gemisch,
gewürzt mit einigen Edelgasen.
Sie schwärmt vom blumverzierten Rasen.
Als Fachmann konstatiert er gleich:
Für Rollfeldzwecke viel zu weich!

Die Wolken, weiß wie Watteflocken,
Begeisterungstöne ihr entlocken.
Und schon erklingt aus seinem Munde
ein Kurzkapitel Wolkenkunde.
Er prahlt selbst später noch beim Küssen
mit seinem fliegerischen Wissen;
denn wie das Fliegen sei der Kuß
für das Gefühl ein Hochgenuß,
der technisch nur Erfüllung fände,
weil er aus Druck und Sog bestände,
wobei als Seitendruckausgleiche
der Unterdruck mit Schnalzen weiche.
Erzürnt und ohne viel Erbarmen
riß sie sich los aus seinen Armen.
Die Flucht des Mädchens war chaotisch.
So blieb der Abend "a-erotisch".
Man zieht hieraus die Konsequenz:
Wer nichts entbehren will im Lenz,
der trenne klar und einwandfrei
hie Minnedienst - da Fliegerei!!!
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